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Modernisierungsvarianten
 

Slowakei

Bereits ab 1995 begann bei der Slowakischen Eisenbahn das umfangreiche Programm zur Modernisierung der zweiachsigen Triebwagen. Den Anfang machte die Baureihe 811. In Zvolen und Vrutky wurden erst einmal 23 Triebwagen aus 010er Beiwagen erschaffen, um mittels zusätzlicher Triebwagen schrittweise die Altbautriebwagen der Baureihen 830, 850 und 851 ersetzen zu können. Die Fahrzeuge 811 024 bis 027 entstanden aus Triebwagen der Baureihe 810. Dieses Umbauprogramm war 1998 abgeschlossen.

Die Nachfolge trat ab 2001 die Baureihe 812 an. Bis 2007 wurden insgesamt 64 Fahrzeuge modernisiert, einige Triebwagen entstanden ebenso wie bei den 811ern aus Beiwagen, bei dem überwiegenden Teil waren allerdings Triebwagen selbst die Spenderfahrzeuge.

Von 2006 bis 2010 folgten noch einmal 44 neue Triebwagen der Baureihe 813. Dabei handelt es sich um einen Gelenktriebwagen aus Triebwagen und Steuerwagen (813+913). Seit dem Abschluss dieses Umbauprogrammes bei ŽOS Zvolen haben die Slowakischen Eisenbahnen 135 modernisierte "Brotbüchsen" im Bestand.

Die unmodernisierten 810er sind daher nicht mehr im Einsatz. 

811 005 war am 14.05.2005 nahe Veličná zwischen Trstená und Kral'ovany unterwegs.
Doppeltraktion aus 812 030 und 812 031 in Tatr. Lomnica, 14.05.05
813 029 bei der Mittagsruhe in Plešivec, 30.04.11

Tschechien

Die Modernisierung der Zweiachser lief beim nordwestlichen Nachbarn deutlich schleppender an. Erst 2006 begann die serienmäßige Rekonstruktion der Baureihe 810.

Bei dem zwischen 1994 und 1996 durchgeführten Umbau von 28 Triebwagen in die Baureihe 809 handelt es sich nicht um eine Modernisierung im eigentlichen Sinne. Die Triebwagen behielten ihren Motor und auch die spartanische Inneneinrichtung, selbst die Ordnungsnummer wurde nicht geändert. Es erfolgte lediglich eine technische Anpassung, dass die Triebwagen im schaffnerlosen Betrieb genutzt werden können.

Zwei Triebwagen erhielten 1997 bei PARS in Šumperk eine Sparmodernisierung in Form einer Remotorisierung, einer neuen Inneneinrichtung und der Umzeichnung in die Baureihe 811 mit gleicher Ordnungsnummer. Die beiden Triebwagen sollten allerdings Einzelgänger bleiben. Ein weiteres Unikat wurde in Form von "Esmeralda" geschaffen, dem einzigen zur Baureihe 812 rekonstruierten Triebwagen. Der Luxusumbau mit komplett neuer Front, Übersetzfenstern, neuem Motor und neuer Inneneinrichtung entstand 2001 ebenfalls bei PARS in Šumperk. Mit nur 38 Sitzplätzen in 2+2-Bestuhlung hat der 812 613 allerdings eine sehr geringe Kapazität und dürfte als Solotriebwagen kaum einsetzbar sein. 2002 wurde zwar noch ein passender Steuerwagen (912 001) gebaut, zur Modernisierung weiterer Fahrzeuge nach diesem Umbaukonzept kam es jedoch nicht.

Drei Jahre später wurde der Prototyp eines Gelenktriebwagens vorgestellt, die Baureihe 814 ("Regionova"). Das Fahrzeug entstand aus je einem Triebwagen der Baureihe 810 und einem Beiwagen und erinnerte in der äußeren Form an 812+912. Ab 2006 begann der Serienumbau, 2007 kam noch eine dreiteilige Variante hinzu (zwei Trieb- und ein Beiwagen, als Baureihe 814.2 bezeichnet). Für die Lokalbahnen war somit eine neue Ära eingeläutet. Erstmals gab es auch für die Nebenstrecken ein modernes Fahrzeug, welches in der Beschaffung deutlich preiswerter war, als die verschiedenen Neubautriebwagen namhafter Hersteller aus Westeuropa. Im Januar 2010 verließ der 100ste zweiteilige 814 die Šumperker Werkshallen. Seit Dezember 2012 ist das Umbauprogramm abgeschlossen. Die 210 zweiteiligen und 26 dreiteiligen Triebwagen mittlerweile auf den Regionalstrecken im ganzen Land präsent.

Einen Triebwagen der Baureihe 814 gab es auch bei der privaten Železnice Desná in Šumperk. Das Fahrzeug hört auf die Nummer 814 501. Da zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 die Gesellschaft sämtliche Zugleistungen verlor, ist dieser Triebwagen nicht mehr planmäßig im Einsatz.

Für die Baureihen 809 und 810 hat man sich mittlerweile für eine Sparmodernisierung entschieden. Für den Fahrgast war die spartanische Inneneinrichtung Leidensgrund Nummer 1, somit bekommen die verbleibenden unmodernisierten Triebwagen im Zuge der Hauptuntersuchungen neue Sitze spendiert. Einige Fahrzeuge haben sogar Übersetzfenster bekommen. Spätestens auf einer hochsommerlichen Zugtour durch Böhmen und Mähren wird man diese "Innovation" zu schätzen lernen.

811 082 in der Einsatzstelle Rakovnik.
812 613 in Kladno auf dem Weg von Rakovnik nach Prag
Die zweiteilige Regionova mit der Nummer 814 017 war am Vormittag des 05.Juni 2010 damit beschäftigt, die Pendel Rybniště - Varnsdorf zu fahren, fotografiert in Dolní Podluží.
Die dreiteilige Variante der Regionova: 814 235 beim Kreuzungshalt im winterlichen Jablonec nad Jizerou, 01.12.10. Links: 814 214.

Ungarn

In den 1990er Jahren wurden sämtliche Bzmot modernisiert, das heißt mit einem neuen Motor ausgestattet und mit bequemen Gestühl versehen. Die Fahrzeuge wurden erst als Bzmot.3 bezeichnet, als die Nummern nicht mehr ausreichten waren die 200er Nummern dran, irgendwann dann auch die 100er. Dadurch entstand beim Umzeichnen ein schöner Nummernsalat...

Die Luxusmodernisierung der Bzmot nennt sich "InterPici". Die Fahrzeuge wurden gebaut, um Zubringerleistungen zu den InterCity-Zügen zu fahren. Mittlerweile sind die modernen Fahrzeuge der Baureihe Bzmot.4 allerdings auch überwiegend auf den Lokalbahnen zu finden.

Einen Gelenktriebwagen gibt es in Ungarn natürlich auch. Die Baureihe 6312 existiert bis jetzt allerdings nur als Baumuster. 

Bzmot 283 am 4.8.2004 in Biharnagybajom. So sehen fast alle Bzmot-Triebwagen in Ungarn aus.
Bzmot 409, ein Vertreter der "InterPici"-Variante, am 17.3.07 fotografiert in Bánréve
Das Baumuster 6312 001 erreicht am 20.06.2012 auf dem Weg von Debrecen nach Nagykereki den Bahnhof Kismarja.